GESCHICHTE - Das Entstehen von Schätzen
Wir schreiben das Jahr 1910. Josef Wagner, ein junger Optiker- und Uhrmachermeister übernimmt ein Geschäft in Saarlouis von einem älteren Uhrmacher, der sich zur Ruhe setzen möchte. Josef ist nicht in Saarlouis geboren, aber er hat die Stadt kennen - und lieben - gelernt während seiner Militärausbildung, die er hier absolvierte. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird er natürlich eingezogen, aber seine junge Frau Else, die soeben auch noch Mutter geworden ist, führt das Geschäft bestens während der Kriegsjahre. Sie ließ sich von ihrem Mann noch schnell zeigen, wie man Brillengläser einschleift, denn Brillen waren natürlich im Krieg wichtiger als Uhren und Schmuckstücke.Gott sei Dank kehrt Josef unverletzt aus dem Krieg zurück. Im Jahre 1920 kommt der zweite Sohn, Otto, zur Welt.
1944 im zweiten Weltkrieg wird Saarlouis evakuiert und nahezu gänzlich zerstört. So auch das Geschäftshaus der Wagners. Auf dem Bild sieht man die Überreste des Schriftzuges "GNER". Die Immobilie wird von der Stadt übernommen, und an diese Stelle wird das Rathaus gebaut. Die Geschäftsleute der Stadt behelfen sich damit, in Wohnungen ihren Geschäften nachzugehen, und später wurden provisorische Baracken errichtet, bis die Innenstadt wieder aufgebaut war. Im Hause Wagner hilft mittlerweile die zweite Generation mit: Sohn Otto ist ebenfalls Optiker- und Uhrmachermeister.
1954 ist die Französische Straße fertiggestellt, und Familie Wagner zieht dorthin, wo sie heute noch ihr Geschäft betreibt. In mehreren Schritten wird das Geschäft erweitert: benachbarte Ladenlokale werden hinzugenommen. Das Sortiment war natürlich entsprechend groß: Neben Uhren und Schmuck betrieb man eine vorbildliche Optikabteilung, aber auch Großuhren, Stahlwaren von WMF, Besteck, Porzellan und auch Glas gehörte dazu. Dazu gehörte natürlich auch eine entsprechende Service-Abteilung in drei Berufen: Augenoptiker, Uhrmacher und Goldschmiede.
Zwischen 1979 und 2004 betreibt die Familie ein Optikgeschäft am Grossen Markt. Seit 1985 tritt die dritte Generation ihren geschäftlichen Dienst an. Die Geschäftsführer heissen nun Norbert (Goldschmiedemeister) und Wolfgang Wagner (Optikermeister). In zwei umfangreichen Umbauten wird das Stammhaus in der Französischen Straße aufs allermodernste eingerichtet. Man möchte schließlich auf neuestem Niveau sein, wenn man 100 Jahre alt wird. So geschehen im Jahr 2010.